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EPRD-Jahresbericht 2026: Rekordwerte bei Knie- und Hüftoperationen in Deutschland

Die EPRD rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie zufrieden Menschen mit dem Ergebnis ihrer Operation tatsächlich sind.

EPRD-Jahresbericht 2026: Rekordwerte bei Knie- und Hüftoperationen in Deutschland

Die Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) meldet im neuen Jahresbericht über 422.000 dokumentierte Gelenkimplantationen und verzeichnet damit den höchsten je erfassten Wert. Besonders stark nahmen Erstimplantationen am Kniegelenk zu. Für Menschen mit Gelenkbeschwerden bringt der Bericht zudem eine methodische Neuerung: Erstmals fließen strukturierte Patientenergebnisse vor und nach dem Eingriff systematisch in die Qualitätsbewertung von Gelenkersatz ein.

Der Bericht in Zahlen

Die EPRD weist in ihrem aktuellen Jahresbericht über 422.000 erfasste Gelenkimplantationen aus. Den größten Zuwachs verzeichnet die Datenbank bei Erstimplantationen am Kniegelenk, die hier deutlich zugenommen haben. Das Register dokumentiert damit weiter steigende Gelenkersatzzahlen in Deutschland, mit klarem Schwerpunkt auf der Kniegelenksversorgung.

Der methodische Neubeginn liegt bei den Patientenstimmen: Erstmals werden strukturierte Ergebnisse, die Betroffene vor und nach dem Eingriff berichten, systematisch zur Qualitätsbewertung herangezogen. Das ergänzt die bisherigen Registerparameter, etwa Revisionsraten und Komplikationszahlen, um die Perspektive der Patientinnen und Patienten selbst. Die EPRD rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie zufrieden Menschen mit dem Ergebnis ihrer Operation tatsächlich sind.

Was das für die eigene Entscheidung bedeutet

Wer über einen Gelenkersatz nachdenkt, sollte die Meldung als Orientierung nutzen. Die steigenden Zahlen bei Erstimplantationen am Kniegelenk zeigen, dass der Eingriff längst kein Ausnahmefall ist und die operative Versorgung standardisiert abläuft. Jeder Fall bleibt dennoch individuell, die persönliche Situation vor dem Eingriff entscheidet über das weitere Vorgehen.

Für die Physiotherapie ist die methodische Neuerung besonders relevant. Wenn strukturierte Patientenergebnisse künftig als Qualitätsmaßstab dienen, rückt die Frage in den Vordergrund: Wie fühlt sich der Patient nach der Operation? Die Antwort hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent die Nachsorge und die physiotherapeutische Rehabilitation umgesetzt werden. Schmerzfreies Bewegen nach einer Endoprothese entsteht nicht von selbst. Es braucht einen klaren Therapieplan, kontinuierliche Übungen und die Bereitschaft, die Empfehlungen der Physiotherapie aktiv umzusetzen.

Was vor dem Eingriff zu klären ist

Vor einem Gelenkersatz lohnt sich ein strukturierter Check mit dem Behandlungsteam:

  • Wie viele Knie- oder Hüftendoprothesen setzt die Klinik jährlich?
  • Welcher konkrete Physiotherapieplan ist nach der Operation vorgesehen?
  • Wie sieht die mobilisierende Therapie in den ersten Tagen aus?
  • Welche strukturierten Fragebögen werden zur eigenen Zufriedenheit erhoben?

Die EPRD-Daten zeigen, dass die Qualität von Gelenkersatz zunehmend mehrdimensional bewertet wird. Wer diese Dimensionen kennt, kann vor dem Eingriff besser abwägen und nach der Operation aktiver in die Rehabilitation eingreifen. Nachschauen lohnt sich, sobald absehbar ist, dass ein Gelenkersatz ansteht.