Multimodale Schmerztherapie und Physiotherapie bei chronischem Rückenschmerz
Wie Samerberger Nachrichten berichtet, setzt Christoph Burkl, Leiter der Schmerzmedizin und konservativen Orthopädie der RoMed Klinik Prien, bei chronischen Rücken- und Gelenkschmerzen auf einen…

Wie Samerberger Nachrichten berichtet, setzt Christoph Burkl, Leiter der Schmerzmedizin und konservativen Orthopädie der RoMed Klinik Prien, bei chronischen Rücken- und Gelenkschmerzen auf einen multimodalen Behandlungsansatz. Im Zentrum stehen Physiotherapie, Bewegungstraining und edukative Begleitung, ergänzt durch ärztliche Behandlung, psychologische Unterstützung und Entspannungsverfahren. Burkl äußert sich im Vorfeld einer Veranstaltung am 13. November in der RoMed Klinik Prien. Für Menschen mit anhaltenden Beschwerden ist damit weniger die einzelne Technik als die Abstimmung des gesamten Plans entscheidend.
Chronische Schmerzen brauchen mehr als einen Übungsplan
Beschwerden wie Rücken-, Gelenk- oder Nackenschmerzen, die länger als drei Monate bestehen oder wiederkehren, ordnet Burkl als chronisch ein. Seinem Erklärungsmodell zufolge kann sich dabei ein „Schmerzgedächtnis“ entwickeln: Das Nervensystem bleibt in Alarmbereitschaft und sendet weiter Schmerzsignale, obwohl die ursprüngliche Ursache möglicherweise bereits abgeklungen ist. Auch Stress, Ängste, Schonhaltungen und soziale Faktoren können eine Rolle spielen.
Der Beitrag beschreibt den klinischen Ansatz der Klinik. Er nennt keine Wirksamkeitszahlen und stellt keinen direkten Vergleich zwischen multimodaler Behandlung, ambulanten Maßnahmen und Operationen an. Für die praktische Einordnung heißt das: Die Kombination wird als klinischer Erfahrungsansatz beschrieben, nicht als allgemeingültiger Ablauf für jeden Verlauf.
Im Erstgespräch lassen sich deshalb Fragen zu den einzelnen Bausteinen stellen:
- Welche Ursachen wurden medizinisch abgeklärt?
- Welche Physiotherapie und welches Bewegungstraining sind vorgesehen?
- Welche Rolle haben psychologische Unterstützung und Entspannung?
- Welche alltagsnahen Aufgaben sollen neue Routinen vorbereiten?
Wann eine Operation nicht die beste Lösung ist
Nach Burkl ist eine Operation nicht immer die beste Lösung. Er nennt gezielte Übungen, das Umlernen ungünstiger Bewegungsmuster, Muskelaufbau und ein besseres Verständnis der eigenen Belastungsgrenzen als Ansätze, mit denen sich Beschwerden oft reduzieren lassen. Konservative Orthopädie zielt dabei auf das Stärken dessen, was bereits trägt.
Für eine stationäre Behandlung sieht Burkl vor allem drei Situationen: ambulante Maßnahmen sind ausgeschöpft, es bestehen zusätzliche psychosoziale Belastungen oder mehrere Therapieelemente sollen in kurzer Zeit eng miteinander verzahnt werden. Im Klinikalltag können medizinische Visiten, Physiotherapie, Bewegungseinheiten, psychologische Gespräche und Entspannungsübungen täglich angepasst werden.
Die sinnvolle Frage lautet daher nicht nur: Welche einzelne Methode hilft? Wichtig ist auch, welche Kombination zur individuellen Belastbarkeit und zum Alltag passt.
Was Betroffene konkret vereinbaren können
Im stationären Alltag der RoMed Klinik verbinden sich laut Bericht klassische Therapieangebote mit ergänzenden Angeboten wie Yoga oder Kunsttherapie. Dazwischen liegen alltagsnahe Aufgaben, die helfen sollen, neue Routinen zu verankern. Wichtig sei, dass sich die Elemente gegenseitig ergänzen und aufeinander aufbauen.
Ein realistischer Behandlungsplan sollte daher drei Fragen beantworten: Welche Ursachen wurden abgeklärt? Welche Bausteine sollen in welcher Reihenfolge zum Einsatz kommen? Welche Gewohnheiten müssen anschließend im Alltag funktionieren? Burkl betont, dass der Plan bereits bei stationärer Behandlung über den Aufenthalt hinausreichen sollte. Wer diese Fragen nicht konkret beantworten kann, sollte sie vor Beginn der Therapie klären.
Weitere Produkte
Flexosamine59 €